Ablauf eines Darlehens mit Kreditnehmer und Kreditgeber

Für die Vergabe eines Darlehens werden immer zwei Partner benötigt – der Darlehensnehmer und der Kreditgeber, deren jeweiliger Part sich schon aus der Bezeichnung erklärt. Der Darlehensgeber ist derjenige, der den Kredit stellt, das geforderte Geld also momentan nicht selbst braucht und es zum Verleih zur Verfügung stellen kann. Da er für seine „Dienste“, also das Geld verleihen, mit entsprechenden Zinsen entlohnt wird, verdient er an dem Darlehen also auch. Im Gegensatz dazu erhält der Kreditnehmer vom sogenannten Gläubiger die liquiden Mittel, die er aus verschiedensten Gründen benötigen kann und hat so ebenfalls einen Vorteil aus dem Darlehensvertrag. Diesen so erhaltenen Betrag muss der Empfänger dann, wie in der Kreditvereinbarung festgehalten, fristgerecht und mit vorher vereinbarten Zinsen, an den Geldgeber zurückzahlen. In der Zwischenzeit hat der Kreditnehmer allerdings die Summe zur Verfügung, um sie umzusetzen. Beide Parteien können entweder Unternehmen, Kreditinstitute oder private Personen sein.

Um die Angelegenheit der Kreditaufnahme einfacher zu gestalten, kann auch eine dritte Partei ins Spiel kommen, indem sich der Kreditsuchende an einen Kreditvermittler wendet. Dessen Dienste müssen vom Kreditsuchenden selbst entlohnt werden. Es ist sehr wichtig, dass hierbei auf die Seriosität und die Höhe der Vermittlungskosten geachtet wird. Gedehnte Beratungstermine oder Hausbesuche sollten deshalb vermieden werden, ebenso verdächtige Vorabberechnungen und Provisionszahlungen für die Vermittlung, ohne dass ein Kredit bereits fest vereinbart ist zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber.

Angebot und Nachfrage auf dem Kreditmarkt

Als Kreditmarkt fasst man grundsätzlich alles zusammen, das mit Aktionen bezüglich Vergabe und Bedarf von Darlehen in Verbindung steht. Unterschieden wird zwischen Primär- und Sekundärmarkt, wobei der Primärmarkt dazu dient Finanzinstrumente erstmals in Umlauf zu bringen und diese danach, während sie schon in Umlauf sind, auf dem Sekundärmarkt weiter gehandelt werden. Beteiligt sind an diesem Finanzmarkt neben dem Staat natürlich die Banken, die den Primärmarkt dominieren. Auf dem Sekundärmarkt wird die Zahl der Beteiligten breiter, da hier der tatsächliche Kredithandel passiert. Daher zählen z.B. auch Pfandhäuser, aber auch Kreditvermittler und deren schwarze Schafe, die sogenannten Kredithaie, zu den Mitwirkenden. Prinzipiell gilt, der Kreditmarkt lebt solange es entsprechend Bedarf gibt, d.h. Angebot und Nachfrage nicht verebben.

Darlehen und Kredit, was versteht man eigentlich genau darunter?

Wenn es um den Kredit geht, gehen die meisten Menschen davon aus, dass es sich generell um den Austausch von Barem zwischen einer Person und einer Bank handelt. Wenn man genauer hinsieht entdeckt man allerdings, dass ein Kredit noch viel mehr sein kann. Denn im Grunde benennt der Begriff, das sich aus dem der lateinischen Sprache von credere – glauben,– ableitet, eine allgemeine Gebrauchsüberlassung mit Rückzahlung und bei Bedarf Gegenleistungen (Zinsen). Somit ist jede Vorleistung mit Kontrakt ein Kredit.

Wie sich der Kredit über mehrere Jahrtausende hinweg entwickelt hat

Die geschichtlichen Hinweise zum Thema Kredit gehen bis in das Jahr 3.000 v.Chr. zurück. Bereits bevor sich Währungen, so wie wir sie heute kennen, entwickelten, existierten schon Sachkredite. Meist wurden dabei an die frühen Getreidekörner zum Anpflanzen von mehr Pflanzen verliehen oder Handwerkern wurde ein „Kredit“ in Form ihres Arbeitsmaterials gewährt, wobei es sich meist um Metall handelte. Dies passierte natürlich nicht aus reiner Menschenliebe, sondern es handelte sich bei diesen Sachkrediten bereits um eine Kreditform mit Zinsen. Nachdem also das Korn geerntet war oder das Metall verarbeitet und verkauft war, forderte der Kreditgeber seinen Anteil ein. Entweder in Form von frühem Geld oder entsprechenden Sachwerten und mit einem zusätzlichen Anteil, der als Zins bezeichnet werden kann. Die Ursprünge des Kreditwesens bildeten sich schon im siebten Jahrhundert v.Chr. in Griechenland heraus, mit dem Entstehen der ersten tatsächlichen Währungsformen. Dieser Entwicklung erfolgte dann nach einigen Jahrhunderten ein starker Mangel an Bargeld, weshalb der Kredit an sich hier noch einmal einen Aufschwung erlebte. Gerade auf langen und teilweise unsicheren Reisen lebte es sich mit einem Kreditbrief einfach sicherer. Kleinere Mengen Bargeld ließen sich damit vom Eigentümer beschaffen, ohne ständig Gefahr zu laufen die gesamte Reisekasse bei einem Raubüberfall unwiederbringlich zu verlieren. Es folgte im 18. Jahrhundert die erste offizielle Vergabe eines Kredites mit „modernem“ Kreditzins und die Entwicklung der gewerblichen Kreditvergabe. Der Schritt zu ersten Kreditbanken und offiziellen Regulierungen inklusive gesetzlichem Darlehensrecht ließ nicht mehr lange auf sich warten und führte zu dem, was wir heute als Kredit kennen und nutzen.

Absicherung für beide Parteien mit der Kreditversicherung

Eine ausreichende Absicherung sollten Sie – egal ob Sie einen Kredit aufnehmen oder einen Kredit gewähren – immer in den jeweiligen Kreditvertrag mit einbauen und diesen generell sehr deutlich formulieren. In erster Linie dient dies natürlich dazu, im Fall von Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers etwas in der Hand zu haben. Wenn den Kreditverbindlichkeiten nicht mehr nachgekommen werden kann, steht der Kreditgeber mit einer Absicherung nicht komplett ohne etwas da, sondern kann diese behalten. Dies soll generell dem Entstehen von ökonomischen Nachteilen entgegen wirken. Wird der Kredit jedoch wie vereinbart beglichen, erhält der Kreditnehmen die zuvor hinterlegte Absicherung wieder zurück.

Wie sich diese Absicherung eines Kredits gestaltet, ist nicht zwingend festgelegt. Am gängigsten sind hierbei einerseits die Personensicherheit, bei der ein Bürge benannt wird, der im Zweifelsfall bei Zahlungsunfähigkeit einspringen muss. Und andererseits die Sachsicherheit, die sich in verschiedenen Formen festlegen lässt. Wertgegenstände des Kreditnehmers können als Sicherheit hinterlegt und im Ernstfall einbehalten werden, dasselbe gilt für vorhandene Ersparnisse oder Wertpapiere. Auch die Lohnpfändung ist eine mögliche Variante der Sicherheit oder auch die Verpfändung einer Lebensversicherung, was speziell bei Immobilienkrediten oft genutzt wird. Bei der Gewährung eines Kredits durch eine Bank ist eine Ablebensversicherung oder eine Kreditrestschuldversicherung. Damit ist die Bank dann auch bei Todesfall oder schweren Erkrankungen hinsichtlich der Rückzahlungen abgesichert.

Unterschiedliche Kreditarten, die besonders häufig in Anspruch genommen werden

Es gibt bei den Krediten nicht nur die Unterscheidung in Verwendungszwecke, auch die Art der Abwicklung kann sich unterschiedlich ausgestalten. Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen, wie der Kredit dann am Ende aussieht. Selbstverständlich muss die allgemeine Höhe er Kreditsumme in die Bedingungen der Kreditgewährung einfließen, beispielsweise um sinnvoll entscheiden zu können ob eine kurze, mittelfristige oder lange Laufzeit am geeignetsten ist. Das Spektrum bei der Darlehensnachfrage ist groß, da es von kleinen Summen bis hin zu Millionen- und Milliardenbeträgen alles in den Weiten des Kreditmarkts gibt. Bei der Wahl des Darlehensgebers spielt aber nicht nur die benötigte Geldsumme, sondern auch der Verwendungszweck eine entscheidende Rolle. Je nach vorhandener Bonität und weiteren Rahmenbedingungen bieten sich auch verschiedene Kreditgeber an. Entweder die Hausbank, eine spezielles Kreditinstitut oder auch Privatpersonen sind möglich. Es macht natürlich einen Unterschied, ob der Kredit für eine unternehmerische Investition, eine private Anschaffung im moderaten Bereich oder einen Staatskredit handelt. Erst aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergeben sich die passende Kreditart und der passende Darlehensgeber.

Verbreitete Stolpersteine beim Beantragen eines Kredits

Wenn Sie über die entsprechende Kreditwürdigkeit verfügen, ist die  Gewährung eines Darlehens in den meisten Fällen vergleichsweise rasch möglich. Doch auch hier gibt es natürlich ein paar kleine und größere Stolperfallen, die sie mit etwas Planung und Recherche umgehen können. Dann steht einer reibungslosen Kreditaufnahme nichts mehr im Wege.

Recherchieren & Vergleichen: Informieren Sie sich vorab auf jeden Fall gründlich und ziehen Sie dabei mehrere Varianten in Betracht. Nicht nur Ihre Hausbank bietet Kredite an, auch andere Banken oder Online-Banken sind eine Möglichkeit, einen Kredit mit guten Konditionen zu erhalten. Lassen Sie Ihre Hausbank aber nicht außen vor, durch das oft jahrelange Vertrauensverhältnis bietet Ihnen ein Angebot von eben dieser Institution einen guten Vergleichswert. Nehmen Sie sich hier auf jeden Fall genügend Zeit, um die erhaltenen Angebote gründlich zu vergleichen und akzeptieren Sie nicht vorschnell eines davon. Dabei merken Sie auch gleich, welcher Kreditgeber Sie schnell und ohne ausreichend informiert zu sein zu einer Entscheidung drängen will. Das sollte Sie auf jeden Fall hellhörig machen.

Kleingedrucktes: Bei der „normalen“ Aufnahme eines Darlehens neigt man dazu, die AGB nur zu überfliegen. Begehen Sie diesen Fehler nicht, denn nicht nur bei Sonderaktionen, bei denen man eher auf das Kleingedruckte schaut, auch beim „Regelfall“ sind die genauen Konditionen und Bedingungen sehr wichtig. Nehmen Sie sich also auch hier genügend Zeit um alles genau durchzulesen.

Zinshöhe: Auch wenn sehr niedrige Zinsen verlockend sein können, seien Sie lieber vorsichtig. Denn oft verstecken sich hier nicht ganz so verlockende Klauseln in den AGB oder es kommen dann andere versteckte Kosten auf Sie zu, die den Vorteil der niedrigen Zinsen wieder zunichtemachen.

Verwendungszweck: Wenn Sie schon ganz genau wissen, wofür Sie den gewünschten Kredit und die Finanzmittel verwenden möchten, gibt es auch die Möglichkeit eines zweckgebundenen Kredits. Dies hat den Vorteil, dass hier die Konditionen oftmals günstiger sind. Allerdings haben Sie hier nicht mehr die Möglichkeit, das Geld dann spontan doch für etwas anderes zu verwenden. Ein Darlehen für den Autokauf kann also auch nur für den neuen Wagen genommen werden, oder auch ein Bausparkredit, der nicht einfach zweckentfremdet werden kann. Wählen Sie also das Angebot mit Sorgfalt aus und bedenken Sie vorab genau, wofür Sie einen Kredit benötigen und einsetzen möchten.

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